Semantische Methoden sind unabdingbar, wenn Diagnosen und Prozeduren automatisiert kodiert werden. Es reicht nicht aus, Wörter mit gleicher Bedeutung in Synonymtabellen (oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung in Thesauren) aufzunehmen, denn die Synonymität (bzw. Ähnlichkeit) von Wörtern ist erst der Anfang der Probleme, die sich bei der inhaltlichen Analyse von Wörtern stellen. So enthalten Wörter immer mehrere implizite Bedeutungen, die nicht als Synonyme, sondern als ergänzende Begriffe gesehen werden müssen.

Das Wort „Radius“ impliziert z. B. die Inhalte „Knochen“ und „Unterarm“, diese Begriffe sind nicht Synonyme von „Radius“, sondern haben einen anderen, klar definierbaren Bezug: „Knochen“ kann als der semantische Typ von „Radius“ gesehen werden und „Unterarm“ als die  implizite Information bezüglich Körperregion. Über „Unterarm“ impliziert „Radius“ dann weiter „obere Extremität“ und „Extremität“. Solche implizierten Bedeutungen spielen bei Auswertung und Kodierung eine grosse Rolle. Die impliziten Bezüge müssen auf eine einfache, übersichtliche, systematische und sowohl von Menschen wie auch von Computern leicht lesbare Weise dargestellt werden können. Für die ärztliche Sprache ist dies mit Semfinder umfassend gelöst.